N. Ammermann
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Besprechung 2

Fortf. Krüger et al.

In ihrer längstschnittangelegten Fallauswertung stellen die AutorenInnen fünf zentrale Typen der Peerorientierungen fest. Zum einen werden individuelle Bildungsambitionen in den jeweiligen Peerkontexten fortgeschrieben. Das war der Fall bei hohen Leistungsorientierungen sowohl im Schul- als auch im Freizeitkontext (z.B. Leistungssport und Streichorchester). Im Gegenzug wird in schulbildungsfernen individuellen Orientierungen Schule als Möglichkeitsraum für Peerbeziehungen gesehen. Diese Peers widersprechen den Verhaltungserwartungen der Schule und betonen gewalttätige Aktivismen, die die Bildungskarriere zu gefährden drohen.

In beiden Systemen verlängern sich Schule und Peer gegenseitig, zum positiven wie zum negativen.

In anderen Fällen bilden Schul- und Peerkontexte voneinander unabhängige Lebenswelten. Diese Parallisierung von Welten erfolgt vor allem dann, wenn Schule pragmatisch gesehen wird. In den Peers dieser Gruppen spielt Schule keine oder nur eine marginale Rolle. Bei Schulproblemen unterstützt die Peer emotional. Die Längstschnittuntersuchen zeigen, daß diese beiden grundsätzlichen Anordnungen aber wechseln können.