N. Ammermann
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Milieuanalyse

Milieu- und Lebensraumanalyse in Kirche, Institution und Gesellschaft

Fragestellungen

Die Milieutheorie ist in einem doppelten Sinne von der Theologie als Fragestellung aufzugreifen. Zum einen reflektiert Theologie selbstkritisch die Ergebnisse der Milieuforschung und fragt nach inklusiven und exklusiven Parametern, die Menschen von Glaube und Kirche anbinden hilft, bzw. diese per se ausschliesst. Indem Kirche so ist, wie sie ist, hat sie immer auch eine ausgrenzende Realität, die sie reflektieren lernen muss. Zum anderen muss die Theologie die kritische Frage an die Milieuforschung richten, ob und wie sie ideologiebelastet ist, ob und wie sie durch ihren Forschungsansatz also Zustände festschreibt und Machtansprüche, z.B. des Marktes, zu sichern hilft.
Christologischer Bezug

Die Kirche führt nicht; sie wird geführt. Sie bekennt Jesus Christus als ihr Haupt. Durch die Kirche bringt sich der für uns gestorbene und für uns auferweckte Christus in die Welt ein. Wenn Kirche auf den Milieuansatz zurückgreift, dann in dem Wissen, dass sie selbst in Milieus gefangen und geknechtetet ist. Die Milieuanalyse dient der Reflexion, dass Kirche gebunden und selbst einer neuen Freiheit bedarf. In den Milieus, gerade in denen, die sie nicht erreicht, kommt der auferweckte Christus in seiner Verborgenheit der Kirche entgegen, um mit ihr die Menschen zu Kindern Gottes zu machen, die zur Freiheit berufen sind.
Reflexion

Kirche begreift Milieus als Ruf Gottes an uns Menschen, an seiner Freiheit und Lebensfülle teilzunehmen. Mit dem Milieuansatz lernt Kirche, die Grammatik der anderen zu hören und zu verstehen. In dieser gegenseitigen Kommunikation offenbart sich das Handeln des Christus an uns in Gemeinde, Institution und Kirche. Die Milieuanalyse hilft der Kirche, nicht beständig die ecclesia invisibilis mit der Entstehung sozialer Systeme zu verwechseln. Letztere antworten auf die ecclesia invisibilis, sind diese aber nicht.

Artikel im deutschen Pfarrerblatt

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Viele Anregungen wurden entnommen : Michael. N. Ebertz und Bernhard Wunder, Milieupraxis, Würzburg 2009